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(R)Evolution der Speichersysteme

Entwicklung und Ausblick

Solarstrom speichern war früher nur ein Thema an entlegenen Standorten, abseits vom Stromnetz oder für Notfallanwendungen.

Parallel zur sinkenden EEG-Vergütung und steigenden Stromkosten wurde die Nachfrage der Verbraucher nach Unabhängigkeit allerdings in den letzten Jahren größer. Der Markt für Speichersysteme kam so richtig in Schwung. Mittlerweile sind Speicher aus einer funktionierenden Energiewende nicht mehr wegzudenken.

Die Geschwindigkeit, mit der sich die Speichertechnologie weiterentwickelt hat, ist rasant. Wir fragen uns: Wie sah die Entwicklung in den letzten Jahren aus und wo stehen wir heute? Abschließend geben wir Euch mit unserer detaillierten Speicherübersicht zum Downloaden Einblicke in unser aktuelles Speicherportfolio.

Kleiner Rückblick und großer Ausblick

Batteriespeicher für Solarstrom kamen ab 2011 vermehrt auf den Markt. Die ersten Speicheranlagen für Privathaushalte in Deutschland wurden 2013 über eine Förderung der deutschen staatlichen Investitionsbank KfW angemeldet. Damals noch als Nischenprodukt und mit verhaltenen Absätzen und Nachfragen der Verbraucher. Denn lange war die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik-Heimspeicher eine große Herausforderung und Technologien mussten sich zunächst entwickeln.

Mit unserer Bildergalerie wagen wir einen kleinen Rückblick auf die Speichersysteme der letzten Jahre und werfen einen Blick auf den aktuellen Markt.

Speichersysteme auf Wachstumskurs

Der Einbau von Heimspeichern geschieht gegenwärtig zu 90 % gemeinsam mit der Installation einer Photovoltaikanlage. Entsprechend ist deren Marktentwicklung essenziell für den Absatz von Heimspeichern. Auch die wachsende Anzahl an Elektrofahrzeugen zeigt sich als Treiber von Photovoltaikinstallationen und Heimspeichern. Der anhaltende positive Trend für Solaranlagen im Residential Bereich sorgt somit für neue Installationsrekorde bei Heimspeichern. Dieser Trend zeigt sich vor allem in Deutschland.

Für das Jahr 2020 wurden knapp 80.000 Batteriespeicher-Neuinstallationen im Marktstammdatenregister mit einer Kapazität von etwa 775 Megawattstunden und einer Leistung von 475 Megawatt registriert. Mittlerweile sorgen somit rund 175.000 installierte Batteriespeicher mit einer kumulierten Kapazität von 1.950 Megawattstunden und einer Leistung von 1.400 Megawatt für energetische Unabhängigkeit in Deutschland (Stand 2020). Das ist ein toller Erfolg. Dabei liegt das Segment der Heimspeicher klar vorne.

Es zeigt sich, dass der Photovoltaik-Heimspeichermarkt bereits ein etablierter und wachsender Markt ist. Ab 2021 könnte in Deutschland das Segment dann von den Anlagen profitieren, die aus der EEG-Förderung fallen und mit Speichern nachgerüstet werden. Der Eigenverbrauch könnte damit in Zukunft noch attraktiver werden als der Stromverkauf.

Kumulierte registrierte Kapazität (links) und Leistung (rechts) im Marktstammdatenregister, Quelle: RWTH Aachen/PV Magazin

Auch weltweit kann man eine deutliche Marktentwicklung erkennen. Italien ist aktuell der zweitgrößte Markt für Energiespeicher in Europa, gefolgt von Österreich. In Belgien kam es zu einem abrupten Ende des Net-Meterings sodass auch hier damit zu rechnen ist, dass der Speichermarkt und der Trend zur Eigenversorgung aufblühen. Insgesamt ist in vielen Märkten ein Übergang von einem reinen PV-Markt zum PV- und Speichermarkt zu verzeichnen.

Von der Nische zum Mainstream durch Lithium-Ionen-Technologie und sinkenden Preisen

Seit dem Beginn des kommerziellen Erfolgs von Batteriespeichern hat sich viel verändert. Vor allem bei der Zelltechnologie gab es massive Fortschritte. Während in den Anfangstagen mehrheitlich Bleibatterien als Speichertechnologie genutzt wurden, da sie günstiger waren, gewannen bald Lithium-Ionen-Batterien schnell Marktanteile. Lange Zeit konkurrierten Lithium-Ionen- und Bleibatterien so um die Vorrangstellung. Inzwischen haben sich Lithium-Ionen-Batterien aufgrund ihrer technischen Überlegenheit am Markt durchgesetzt. Die Gründe für diesen bemerkenswerten Erfolg der Lithium-Ionen-Batterien gegenüber den Blei-Säure-Batterien bzw. den moderneren Blei-Gel-Akkus sind vielfältig: Technisch gesehen bieten Lithium-Ionen-Batterien einen wartungsfreien Betrieb, versprechen eine längere Lebensdauer und weisen einen besseren Wirkungsgrad auf.

Aus Kundensicht scheinen jedoch zwei Hauptvorteile zu überwiegen. Erstens sind Lithium-Ionen-Heimspeicher aufgrund ihrer sehr hohen Energiedichte viel kompakter und können an Wänden montiert werden, was eine effizientere Raumnutzung ermöglicht und als optisch ansprechender empfunden wird. Der zweite Grund ist die Preisgestaltung. In den letzten zehn Jahren ist der Preis pro Kilowattstunde für Lithium-Ionen-Batterien drastisch gesunken.

Die Zunahme der Energiedichte um das doppelte in den letzten zehn Jahren und die sinkenden Kosten für Lithium-Ionen-Batterien haben nicht nur ihren Marktanteil gestärkt, sondern auch dazu beigetragen, das gesamte Speichermarktsegment mehr in den Mainstream zu bringen. Es wird erwartet, dass sich die Energiedichte bis 2030 nochmals maximal verdoppelt und die Kosten für Lithium-Ionen-Speicher bis 2030 weiter rapide fallen werden. Ein Grund für die Preisveränderung sind die Lern- und Skaleneffekte seitens der Hersteller und gleichzeitig sind die Weltmarktpreise für Batterien gefallen.

Interessanterweise sind die Preise pro kWh in den letzten Jahren zwar gesunken, die durchschnittlichen Systemkosten der Speicher blieben aber mit rund 10.000 € (inkl. MwSt.) nahezu unverändert. Der Grund dafür liegt in der stetigen Steigerung der Batteriekapazität seit 2014. Einfach ausgedrückt, die Verbraucher scheinen jeden durch günstigere Batterien eingesparten Euro in größere Speicherkapazitäten investiert zu haben. So haben sich in den letzten Jahren die Speichergrößen in den europäischen Märkten von 4-5 kWh zunächst auf 6-7 kWh erhöht mit der Tendenz zur Steigerung auf 10 kWh und größer. Dabei spielt auch die Sektorenkopplung im Eigenheim eine große Rolle. Heimspeichersysteme in Kombination mit Wärmepumpen sind gefragt und auch die Möglichkeit, das eigene Elektrofahrzeug zu laden. Die Elektromobilität wird in den kommenden Jahren ein extrem großer Treiber für Solarstrom werden. Für diese Sektorenkopplung sind große Speichersysteme eine passende Lösung.

Zusammenfassend kann man sagen: die Lithium-Speicher-Technologie befindet sich nach wie vor in einer disruptiven Phase. Hersteller überbieten sich regelmäßig mit neuen Rekorden bei Energiedichte, Lebensdauer, Ladeleistung, bringen immer wieder neue Produkte mit neuen Features auf den Markt und unterbieten sich gleichzeitig beim Pricing und den Kosten. Wir sind gespannt, wohin die (R)Evolution der Speichersysteme zukünftig geht!

Bis dahin möchten wir Euch mit unserer Speicherübersicht zum Downloaden noch einen Überblick geben, welche Speicherlösungen wir derzeit in unserem Portfolio führen. Nutzt unsere Übersicht auch, um passende Alternativen zu finden, falls ein gewünschtes Produkt nicht zur Verfügung steht oder wendet Euch direkt an uns über unser Kontaktformular